





Gewaltschutz-Symposium Linz Die Grüne Bildungswerkstatt Oberösterreich
Wie kann unsere Gesellschaft wirksam gegen häusliche Gewalt und Femizide vorgehen? Dieser Frage stellten sich Fachleute aus Praxis, Wissenschaft und Exekutive bei einem Symposium der Grünen Bildungswerkstatt.
9:30 bis 17 Uhr am Mittwoch, 25. März 2026 im Sonnenstein Loft Linz
Strategien und Anlaufstellen im Fokus
Nach der Begrüßung durch LAbg. Mag. Dagmar Engl (Obfrau der Grünen Bildungswerkstatt OÖ und Grüne Frauensprecherin) und Klubobmann LAbg. Severin Mayr eröffnete Dr.in Birgitt Haller mit ihrem Vortrag „Femizide in Österreich“ die Tagung.

In der anschließenden Gesprächsrunde kamen die wichtigsten Institutionen im Gewaltschutz zu Wort. Der Schwerpunkt lag darauf, Präventions- und Schutzangebote sichtbar zu machen und die Zusammenarbeit zu stärken. Ebenso wichtig sei es, dass die Zivilgesellschaft die richtigen Anlaufstellen kennt und bei Gewaltverdacht früh reagiert.
Es diskutierten:
Mag.a Eva Schuh, Gewaltschutzzentrum
Andrea Ilsinger, Autonomes Frauenzentrum Linz,
Maria Deischinger, Kriminalprävention des Landeskriminalamtes,
Karin Raab, MA, Frauenhaus Linz
Ramona Holzschuh, BA, StoP Linz
Dr.in Birgitt Haller, Institut für Konfliktforschung
Dr. Siegmar Lengauer, Jurist, JKU
Moderation: Susanne Pollinger
Männer und Rollenbilder im Wandel
Eine eindrucksvolle Perspektive brachte der deutsche Männerforscher Christoph May ein, der über „Macht und Männlichkeit“ sprach. Er hält im deutschsprachigen Raum Vorträge und gibt Workshops zu „Toxischer Männlichkeit“ sowie Seminare über Männerbünde, Männerbilder und Feminismus für Männer.
Er brachte auf anschauliche Weise dar, wie sehr wir in alten Rollenbildern denken und wie Bewusstseinsbildung gerade bei jungen Männern notwendig ist. Nach wie vor stehen viele Burschen unter dem Druck, „hart“ zu sein, keine Angst zu zeigen und Dominanz zu beweisen. Prävention beginnt dort, wo diese engen Rollenkorsetts aufgebrochen werden.
Junge Männer bewegen sich oft in Gruppen, in denen sexistisches Verhalten oder Abwertungen von Frauen zum „guten Ton“ gehören, um dazuzugehören. Daher braucht es bei der Burschenarbeit männliche Bezugspersonen, die Gleichberechtigung, Gleichstellung und Feminismus vorleben.
Nach der Mittagspause hielt Prof. Dr. Rudolf Keplinger, Landespolizeidirektor-Stellvertreter im Ruhestand und Rechtsberater des Generaldirektors für die öffentliche Sicherheit im Bundesministerium für Inneres, einen Kurzvortrag über „Gewaltschutz aus polizeilicher Sicht“.

Anschließend an diesen Vortrag lud Moderatorin Susanne Pollinger zum Expertentalk „Männer als Teil der Lösung“.
Es diskutierten:
Christoph May, Institut für Kritische Männlichkeitsforschung
Josef Landerl, Verein Neustart
Simon Brezina, Verein White Ribbon
Richard Schneebauer, Männerberatung OÖ
Moderation: Susanne Pollinger

Journalistinnen im Gespräch
Den Abschluss bildete eine Journalistinnenrunde mit Vertreterinnen von Kurier, OÖ Nachrichten, Tips und OÖ Krone, die über Verantwortung und Sprache in der Berichterstattung rund um Gewaltschutz diskutierten:
Mag.a Alexandra Halousek, Chefredakteurin Kronen Zeitung OÖ,
Mag.a Alexandra Mittermayr, Chefredakteurin Tips OÖ,
Mag.a Gerhild Niedoba, Redakteurin OÖ Nachrichten,
Mag.a Claudia Stelzel-Pröll, Redakteurin Kurier OÖ,
Mag.a Yvonne Widler, Redakteurin Kurier Wien, Autorin des Buches „Heimat bist du toter Töchter“
Moderiert wurde die Runde von Dagmar Engl.
Wir bedanken uns bei allen Expert:innen wie auch Teilnehmenden für diesen spannenden Tag.
Diese Veranstaltung war eine Kooperation der Grünen Bildungswerkstatt OÖ mit dem Grünen Klub im OÖ Landtag und den Grünen Frauen OÖ.
