Männer und Gefühle: Das Schweigen der Männer Zeit Online

Zu lange haben Gefühle Oliver Pichler Bauchschmerzen bereitet. Nun möchte er sie verstehen und rauslassen. Würden das mehr Männer tun, wäre die Welt ein besserer Ort, glaubt er.

Eine Reportage von Torben Becker für Zeit am Wochenende / 7. Januar 2023

AUSWAHL „Gender und Politik sind nicht voneinander zu trennen, ein paar Zahlen als Beispiel: Männer leiten 75 Prozent der deutschen Universitäten, regieren 91 Prozent der Gemeinden und Städte. Die FDP besteht zu rund 80 Prozent aus Männern. […]

In erster Linie leiden Frauen, Mädchen und LGBTQ-Personen unter dem Patriarchat. Toxisches Verhalten kann in Gewalt und Unterdrückung übergehen. Doch seien auch Männer Opfer patriarchaler Strukturen, glaubt Christoph May. In der Analyse des Patriarchats gilt er als Experte. Während seines literaturwissenschaftlichen Studiums arbeitete er im Berghain, einem Berliner Technoclub, dessen Szene ihn für das Thema sensibilisierte. Nach dieser Zeit gründete er 2016 zusammen mit der Schriftstellerin Stephanie May das Institut für Kritische Männerforschung. Christoph May sagt: „Man darf nicht den Fehler machen und Männer per se als toxisch labeln. Nicht Männer sind toxisch, sondern die männlich dominierten Strukturen, die es ihnen ermöglichen, sich Vorteile auf Kosten anderer zu verschaffen.“ Seine Forderung: Männer müssen selbst männerbündische Strukturen in der Politik, in der Wissenschaft, in der Wirtschaft, in der Kultur und auch in der Familie entlarven — und sie dann verändern. Die kritische Beschäftigung mit den Gefühlen kann dafür ein Anstoß sein.“

Full Text Männer und Gefühle: Das Schweigen der Männer

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